Eine Werkstatt in der Garage - ist das eine zweckmässige Nutzung?

Garagennutzung: Was darf in die Garage und was nicht?

F√ľr viele Leute dient die Garage nicht nur zur Unterbringung ihres Kraftfahrzeuges, sondern auch als Abstellraum f√ľr alle m√∂glichen anderen Utensilien. Jedoch wissen und beachten die meisten Garagennutzer nicht, dass ihre Garage nicht unbedingt f√ľr diesen Zweck zugelassen ist. Neben unbenutzten M√∂beln, Fahrr√§dern bis hin zu gef√§hrlichen Chemikalien wie Farben oder Treibstoffreserven werden im Rahmen der Garagennutzung viele Dinge eingelagert, die dort eigentlich nichts zu suchen haben. Nicht nur die unsachgem√§√üe Lagerung in einer Garage, sondern auch ihre unerlaubte Zweckentfremdung ist ein weiterer, h√§ufiger Versto√ü gegen die Garagenverordnung. Aus normalen Garagen werden oft durch kreative Ideen Hobbyr√§ume, Garagenflohm√§rkte, Lager oder sogar B√ľros. Im folgenden Artikel m√∂chten wir Sie zum Thema Garagennutzung informieren und Ihnen die Rechtslage zur Lagerung und Verwendung Ihrer Garage erkl√§ren.

Wie wird die Garagennutzung bestimmt?

Die Garagennutzungsregeln in Deutschland und dessen Bundesl√§ndern werden von den Garagenverordnungen (GaStellV, GarVO oder auch GaStellV genannt) geregelt. Die jeweilige Garagenverordnung enth√§lt s√§mtliche Vorschriften f√ľr Bau und Betrieb von Garagen und dessen Gew√§hrleistung f√ľr die Sicherheit. Besonderen Wert legt die Garagenverordnung dabei auf den Brandschutz. Zugleich ist die Entlastung der √∂ffentlichen Stra√üen als Parkpl√§tze das Ziel der Garagennutzung. Die Garagenverordnung variiert von Bundesland zu Bundesland, in manchen sind die Garagenvorordnungen gar nicht gesondert vorhanden. Die Regelungen werden jedoch in √§hnlichen Gesetztestexten des jeweiligen Bundeslandes festgelegt. Demnach weichen Bauvorschriften in unterschiedlichen Bundesl√§ndern auch leicht voneinander ab. Sollten Sie Bedenken haben, wie Sie Ihre Garage nutzen d√ľrfen, k√∂nnen Sie sich in der Regel an das Bauamt Ihrer Gemeinde wenden.

Sollten Sie eine Garage mieten oder ist eine Garage Teil Ihres Wohnungsmietvertrags, wird die Nutzung der Garage nochmals vertraglich festgelegt. Normalerweise finden sich dort dieselben Bestimmungen wie in den Garagenverordnungen. Meistens können Sie allerdings auch auf Kulanz hoffen: Sollten Sie etwa in Ihrer Garage einen Geburtstag feiern oder einen kleinen Flohmarkt veranstalten, werden die wenigstens Vermieter oder Nachbarn etwas dagegen haben, wenn Sie vorher Bescheid geben.

Brandschutzgesetz bei Garagen ‚Äď daran sollten Sie sich halten!

Das Brandschutzgesetz f√ľr Garagen besagt, dass in Mittel- und Gro√ügaragen keine brennbaren Stoffe abseits von Kraftfahrzeugen aufgrund der m√∂glichen Brandgefahr aufbewahrt werden d√ľrfen. 20 Liter Benzin und bis zu 200 Liter Diesel sind in Kleingaragen erlaubt, wenn diese in sicheren, verschlossenen Beh√§ltern aufbewahrt werden. Besonders Benzin ist leicht entz√ľndlich und kann durch nicht luftdichte Beh√§lter ausdampfen. F√ľr Gro√ügaragen ist zudem eine Brandmeldeanlage vorgeschrieben. Allerdings haben andere brennbare Stoffe, die nichts mit ihrem Fahrzeug zu tun haben, nichts in Ihrer Garage verloren. Dazu z√§hlen besonders chemische Stoffe wie Lacke, Farben, Alkohol oder D√ľnger.

Kurz erklärt: Was sind Klein, Mittel und Großgaragen?

Bezeichnung Fläche = Nutzfläche
Kleingarage 100m²
Mittelgarage 100m² bis 1.000m²
Großgarage Über 1.000m²

Garagennutzung - das sollten Sie außerdem beachten

Im Rahmen der offiziellen Garagennutzung ist die Garage nicht als Lagerraum zugelassen. Sie dient ausschlie√ülich dem Abstellen ihres fahrbereiten Fahrzeugs und der Aufbewahrung von Zubeh√∂r wie beispielsweise Wagenheber oder Reifen. Alles andere ist nach Gesetz strafbar, vor allem wenn es dazu kommen sollte, dass durch die Lagerung die Ein- und Ausfahrt des Autos nicht mehr m√∂glich ist. Ordnungsgem√§√ü sollte der eingeparkte Wagen sogar fahrbar sein. Das hei√üt, dass die Lagerung von ungenutzten Oldtimern oder kaputten Fahrzeugen bereits unzul√§ssig ist. Selbst das Basteln am eigenen Fahrzeug ist streng genommen in der Garage nicht erlaubt. Wer die Verordnung zur Garagennutzung nicht einh√§lt, muss mit einer Geldstrafe bis zu 500 Euro rechnen. Garagenkontrollen kommen in der Regel jedoch selten vor. Sollten aber Hinweise auf eine unerlaubte Garagennutzung bestehen, kann sich die Chance einer Kontrolle allerdings schnell erh√∂hen. Wer sich in der erlaubten Nutzung seiner Betonfertiggarage nicht einschr√§nken m√∂chte, kann eine Nutzungs√§nderung beantragen. In der Regel ist daf√ľr die √∂rtliche Baurechtsbeh√∂rde der richtige Ansprechpartner f√ľr dieses Anliegen.

Checkliste Garagennutzung ‚Äď alle Punkte auf einen Blick

  • Die Nutzung Ihrer Garage unterliegt der jeweiligen Garagenverordnung sowie gegebenenfalls den Bestimmungen in Ihrem Mietvertrag
  • Ein wichtiger Punkt ist der Brandschutz: in Kleingaragen d√ľrfen nur bestimmte Mengen Kraftstoff gelagert werden, in Gro√ügaragen gar keine entz√ľndlichen Stoffe
  • Ihre Garage ist in erster Linie kein Lagerraum und keine Werkstatt
  • Sollten Sie Ihre Garage anderweitig nutzen wollen, k√∂nnen Sie beim √∂rtlichen Bauamt eine Genehmigung daf√ľr einholen